Schreiben am Notebook

Es ist schade, dass das Briefeschreiben im Zuge der elektronischen Post immer mehr abnimmt. Wie freut man sich doch, mal eine richtige Postkarte im Kasten zu finden. So eine aus echtem Papier, mit einem Bildchen vorne und lieben Grüßen hinten drauf. Diese Dinger haben ja beinahe schon Seltenheitswert und werden genau deswegen oft etwas verkannt. Einen richtigen, handgeschriebenen Brief findet man so gut wie gar nicht mehr. Schade, oder? Dabei gibt es so viel zu berichten und auszutauschen.

Heutzutage allerdings macht man das auf elektronischem Weg: Über den PC. Oh, ich hab natürlich auch so ein Ding in meinem Arbeitszimmer stehen. Klar, den brauche ich ja. Und ich habe eine Mailadresse. So eine richtig offizielle mit einem „ÄT“ dazwischen.

Nun ist es auch so, dass ich allem, was mich umgibt, gerne einen Namen verpasse. So heißt mein Computer EDE, abgeleitet von EDV (Elektronische Datenverwurschtelungsanlage) und mein Mailpostfach nicht einfach Mailpostfach! Nee, ich nenne es E-mil. Emil also. Emil sammelt alles, was im WWW an mich unterwegs ist und sortiert dies auch dienstbeflissen in wichtige Mails, Junk- und Spam- und Trashmails.

Lange Zeit haben mich die drei letzteren überhaupt nicht interessiert. Emil löscht die ja alle nach 30 Tagen automatisch. Irgendwann aber guckte ein kleines Teufelchen über meine Schulter und flüsterte mir ins Ohr, dass ich doch auch mal eine solche Mail öffnen sollte. Die weibliche Neugier packte mich und ich tat es. Gleich darauf hauchte mein EDE sein Leben aus. Das passiert mit einem blöden Brief, den man im Briefkasten findet, nicht. Oder haben Sie schon mal erlebt, dass nach dem Öffnen eines blöden Briefes alles um Sie herum einfach aufhört, zu existieren? Wie? Ja? Oh! … Dann war das sicher ein Schreiben vom Finanzamt.

Nun, gleichwie. Ich hab mir natürlich auch sofort einen neuen Rechner angeschafft. Schließlich muss ich ja erreichbar sein. Das ist so wie mit den Handys, die man noch vor einigen Jahren als nur für Angeber gemacht hielt. Heute hat bestimmt jeder Dritte zwei solcher Dinger bei sich. Bei einem könnte ja der Akku alle sein.

Himmel, das Handy! Das hielt ich lange für genauso unnütz wie einen Computer! Bis eines Tages oben bereits erwähntes Teufelchen wieder einmal auf meiner Schulter saß und mir suggerierte, dass ich dringend, wirklich dringend ein Handy bräuchte, und ich schwacher Mensch gab nach.


… zur Fortsetzung „Teil 2“