Der Weg zurück

Prolog:

Prolog

»Hier bist du!«, hörte ich Arjo rufen, als er hinter dem kleinen Pavillon hervor kam. Mit wenigen Schritten war er bei mir und zog mich in seine Arme. »Ich dachte mir, dass ich dich hier finde«, sagte er leise.
»Ich musste einfach auf den Serth«, erklärte ich ihm. »Alles, was die letzten Tage, Wochen und Monate passiert ist, musste ich dem alten Stein erzählen.«
Arjo lächelte und ich versank wieder für Minuten in seinen magischen Augen.
»Dem alten Stein erzählen«, wiederholte er meine Worte nach einer gefühlten Ewigkeit. »Es klingt schön, wenn du das so sagst.«
Ich nahm Arjos Hand und ging mit ihm zurück zu dem kleinen Pavillon. Dort angekommen setzten wir uns auf eine der Steinbänke und schwiegen. Ich wusste, dass Arjo nicht reden würde, bevor er sich nicht sicher war, dass ich meine Gedanken geordnet und abgeschlossen hatte. Dankbar dafür lehnte ich mich an seine Schulter und schloss die Augen. Allein Arjos Anwesenheit ließ mich noch ruhiger werden. Als ich vor Stunden hier oben angekommen war, platzte mein Kopf beinahe, so voll war ich mit Erlebnissen, Eindrücken und Gefühlen. Nur hier oben konnte es mir gelingen, das alles zu ordnen und abzuschließen … [Weiterlesen]

 

Auszug aus Kapitel 10:

Kapitel 10

Ich stand in der Küche und schaute träumend den Schneeflocken zu, wie sie leise auf die Erde schwebten und dann langsam alles unter einer unschuldig wirkenden, weißen Decke begruben. Den Garten und den verbrannten Rest meines Schuppens. Noch ganz in diese Betrachtung versunken hörte ich ein Klopfen an der Tür und erschrak heftig: Ich hatte niemanden kommen sehen! Hatte ich es einfach ganz in Gedanken versunken nicht mitbekommen, dass jemand den Weg zum Haus gegangen war? Die Außenbeleuchtung brannte, also musste jemand an der Tür sein. Vom Küchenfenster konnte ich den Weg zum Haus nicht einsehen, wohl aber den Lichtschein der Außenbeleuchtung. Jetzt nahm ich auch wahr, dass Teddy leise knurrte, so wie er es bei Rons letztem Besuch getan hatte.
»Oh, Gott«, dachte ich, »nicht wieder Ron!«
Es klopfte wieder, diesmal etwas leiser. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich hatte Angst, wieder eine Konfrontation mit Ron austragen zu müssen. Er musste es einfach sein, wer denn sonst? Dörte rief an, wenn sie vorbeikommen wollte, da ich in den letzten Tagen immer öfter nicht zu Hause war. Ebenso wenig konnten es Adrian oder Mario sein. Teddy würde niemals knurren, wenn einer der beiden vor der Tür gestanden hätte … [Weiterlesen]

 

Auszug aus Kapitel 18:

Kapitel 18

Jorge stand hilflos in der Tür, schluckte trocken und wankte bedenklich. Auch er schien dieses Energiefeld zu spüren und es sah so aus, als mache es ihm mehr zu schaffen als mir oder Adrian. Arjo drehte sich nun zu ihm und ging einen Schritt auf ihn zu. Jorge breitete die Arme aus und sperrte sie in den Türrahmen, als könne er sich so davor schützen, durch einen heftigen Luftzug aus der Tür gerissen zu werden.
»Auch ein Gast hat sich gefälligst zu benehmen wie ein Gast. Aber deine ständigen Gemütsschwankungen machen es unerträglich, dich weiter zu beherbergen und sie machen es unmöglich, dir helfen zu wollen.« Arjo sprach nun ruhiger aber mit Nachdruck. »Was auch immer man dir an Argumenten vorbringt, – du verstehst nur das, was du verstehen willst! Du begreifst nicht, dass wir dir helfen wollen. Du begreifst es in deiner ganzen Sturheit und Rachsucht nicht! Sag mir, was willst du tun, wenn du überlebst und alle, die du für schuldig am Tod deiner Frau hältst, ermordet hast? Glaubst du, das hört dann auf? Gegen wen richtet sich dann dein Zorn?«
Jorge atmete heftig, antwortete aber nicht … [Weiterlesen]