Das etwas andere Ostern

Ich hatte mich ein bisschen davor gefürchtet. Es ist so, dass ich mich immer total auf die Osterfeiertage gefreut habe. Endlich mal zu Hause sein und an meinen Büchern arbeiten. Jetzt aber ist es fast wie ein Zwang: Zuhause bleiben müssen. Ich fürchtete, dass ich dann weniger Lust und Inspiration für mein neues Werk haben würde, wenn dieses daheim bleiben KÖNNEN wegfällt und durch ein MÜSSEN ersetzt wird. Aber nein! Weit gefehlt!

Ich genieße es geradezu, mich hemmungslos mit meinen neuen Helden auseinanderzusetzen. Sonst hatte ich immer die Gedanken im Hinterkopf: „Eigentlich könntest du jetzt…“ oder: „Du müsstest doch stattdessen …“. Nix da! Ich muss nichts. Weil ich es nicht darf. Jemand anders hat mir die Entscheidung abgenommen, zu müssen, weil ich sollte. ?

Eigentlich eine ganz praktische Sache. Nun, so einfach ist es aber nicht. Verschiedene Dinge müssen eben doch erledigt werden und ich staune Mal um Mal, wie kreativ Menschen doch werden können. Da werden Lösungswege erdacht, die vorher kaum möglich waren. (Vielleicht weil die Notwendigkeit nicht bestand? Ich denke da an vermehrtes Homeoffice, Einkaufshilfen etc. Womöglich war man einfach zu träge, um kreativ zu werden?)  UND: Man sieht endlich seine Nachbarn! Das meine ich vollkommen ernst. Die älteren Herrschaften, die sonst nur so neben uns her gelebt haben. Man schaut hin. Man erkundigt sich. Man hilft. Ich finde es grandios.

Trotzdem denke ich, dass man vieles schon vorher, ohne diese Corona-Pandemie, hätte in Gang bringen können. Der Ausbau des Mobilfunknetzes. Schnelleres Internet. Hinsehen statt fernsehen. Menschlich sein. Solches halt. Manchmal wird für meinen Geschmack einfach zu viel herumdiskutiert, anstatt endlich etwas anzupacken!

Im Vergleich dazu fällt mir auch ein, wie viele Menschen sich auf den sozialen Netzwerken jeden Tag bloßstellen. Aber kaum kommt etwas Sinnvolles, wie diese Corona-App, schreien alle: Huch! Wo bleibt da der Datenschutz! Leute! Nachdenken!

Nun ja, egal. Ich freue mich jetzt doch auf die Zeit zu Hause, auf meine neuen Protagonisten, die sich bereits wacker durchs Leben kämpfen, auf ein wenig Gartenarbeit und auf ein wenig Ostern. Allein zu Haus. Mit meinem Mann.

Geht doch!


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