Feldweg durch die Heide

Wie oft bin ich diesen Weg gegangen,
doch nie hab ich ihn so wie heute gesehen.
Ich spüre den Frühlingswind auf meinen Wangen
und möchte so stundenlang weitergehen.

Ich sehe ihn beinah so wie mein Leben,
mal kerzengrad aus, mal kurvenreich.
Er ist auch nicht immer friedlich und eben,
mal steinig hart, dann wieder zärtlich weich.

Genau wie mein Leben: mit festem Schritt
ging ich damals, so voller Zuversicht.
Doch dann kam ich plötzlich aus dem Tritt
und wankte, stolperte, kam aus dem Gewicht.

Doch wie es so ist, man berappelt sich wieder
fasst nach jedem Halm und zieht sich hinauf,
streckt vorsichtig tastend alle Glieder,
geht weiter, tritt jedoch zögerlich auf.

Mir kommen Fremde entgegen gelaufen.
Sie lachen, sind fröhlich und strahlen mich an.
Ich setze mich, um einmal kurz zu verschnaufen,
auf eine kleine Holzbank am Wegesdamm.

Die Zeit rinnt wie Sand durch meine Hände.
Ich geh langsam weiter gerade aus.
Jetzt ist der Heideweg zu Ende
und ich bin schließlich wieder zu Haus.


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