Pegasus

Wo Türme hoch gen Himmel ragen
und wachen über Wald und Feld,
entspringen Märchen und auch Sagen,
die man sich heute noch erzählt.
Aus Märchengarn ganz zart gewebt,
von Helden, die einst hier gelebt.

Steig auf das Pferd der Zauberei,
es breitet seine Schwingen.
Flieg schnell an Leid und Weh vorbei
und über allen Dingen.

Hoch oben von des Turmes Zinnen
sah Lehnsherr auf sein blühend Land.
Sah Jahr um Jahr wie Sand verrinnen,
der rieselte durch seine Hand.
Die Männer zog´s zum Kriege aus,
dem Tod geweiht fern von zu Haus.

Flieg mit dem Pferd der Fantasie
auf seinen weißen Schwingen,
im Rhythmus ihrer Melodie
vorbei an allen Dingen.

Nach vielen, vielen hundert Jahren,
steht nur ein Turm noch, stolz und schön.
Trotzt Wind und mancherlei Gefahren,
man kann von weitem ihn noch sehn.
Natur holt sich nun Stück für Stück
das, was man ihr einst nahm, zurück.

Was eines Tages wehrhaft
auf hohem Berge stand,
ist heute nur Geschichte
aus Lehm und Stein und Sand.

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